Virtuelle Führung durch Auschwitz-Birkenau macht Geschichte greifbar
Ein besonderer Geschichtsunterricht erwartete die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 und 10 der Gemeinschaftsschule Oberes Wiesental. Zunächst stand im Rahmen des Geschichtsunterrichts die jährlich stattfindende eintägige Studienfahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Struthof im Elsass auf dem Programm. Der Besuch ergänzte die theoretische Vorbereitung im Unterricht und machte die historischen Ereignisse an der Gedenkstätte unmittelbar erfahrbar. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich dabei zutiefst betroffen von den erhaltenen Gebäuden und Orten, die die Gräueltaten und die unmenschliche Ideologie der Nationalsozialisten eindrücklich vor Augen führten.
Anschließend nahm die Schule an der virtuellen Live-Führung „Auschwitz. In front of your eyes“ durch die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau teil. Möglich wurde die Teilnahme durch ein Sonderprogramm des Kultusministeriums Baden-Württemberg, das gemeinsam mit der Stiftung Auschwitz-Birkenau im Jahr 2026 insgesamt 50 virtuelle Führungen finanzierte.
Rund 100 Schülerinnen und Schüler der GMS erlebten die zweistündige Live-Übertragung, die eine wertvolle Möglichkeit bot, den historischen Ort ohne den hohen organisatorischen und finanziellen Aufwand einer Reise nach Auschwitz gemeinsam kennenzulernen.
Ein deutschsprachiger Guide führte die Teilnehmenden live durch das Stammlager Auschwitz und – nach einer kurzen Pause – durch das Lager Birkenau. Dabei erläuterte er die Geschichte beider Lager, schilderte die unmenschlichen Lebensbedingungen der Häftlinge und machte das Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen eindrucksvoll nachvollziehbar. Im anschließenden Gespräch konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen direkt an den Guide richten und einzelne Themen vertiefen. Dieses Angebot wurde intensiv genutzt.
Die Verbindung aus dem Besuch in Struthof und der virtuellen Führung in Auschwitz-Birkenau machte Geschichte auf unterschiedliche, aber sich ergänzende Weise greifbar. Moderne Technik, authentische Einblicke vom historischen Ort und der persönliche Austausch machten das Projekt zu einer besonderen Erfahrung, die den Geschichtsunterricht nachhaltig bereicherte und die Bedeutung des Erinnerns eindrucksvoll ins Bewusstsein rückte.